top of page
  • vor 24 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

Autobahnviadukt Goldach - Alpensegler , Juli 2026

 

2025 entdeckt Wilfried Harringer rufende Alpensegler, die die Pfeiler des Autobahnviadukts in Goldach umfliegen. Nach geduldiger Suche findet er die Einflugstellen: Sie verschwinden unter der Abdeckung der Verbindungsstücke der beiden Fahrbahnen. Ein erster Brutnachweis Alpensegler ist in Goldach geglückt! Bravo!

Nun tauchen Fragen auf:

Wie gross ist die Kolonie dieses grössten Seglers beim Viadukt?

Wo genau brüten sie? Hat es eine Verbindung von der Einflugstelle zu den grossen Hohlkörpern entlang der beiden Fahrspuren? Gibt es Ähnlichkeiten mit dem Brutort an der Fürstenlandbrücke in St.Gallen?

 

Um Antworten auf diese Fragen zu bekommen, treffen wir uns mit dem Verantwortlichen des Autobahnabschnittes beim Meggenhus. Zu unserer Freude bekommen wir die Möglichkeit, in die Hohlräume entlang der Brücke einzusteigen und uns selbst ein Bild zu machen.

 


Ausgerüstet mit Stirn- und Stablampen klettern wir über die Leiter ein. Die Luft ist stickig, dumpf hören wir die fahrenden Fahrzeuge auf der Bahn oben. Die lange Kletterpartie bis zum Ende auf der anderen Seite beginnt. Sofort entdeckt Hansruedi Vögeli links und rechts entlang der Wände Kothaufen. Als Fledermausexperte erkennt er sofort: Das sind Zeugen von Fledermäusen, die hier rasten. Es dauert nicht lange und wir entdecken die ersten, wie sie kopfüber in den Nischen hängen. In beiden Gängen finden wir Kothaufen und immer wieder Tiere. Weil eine Fledermaus auf dem Boden kriecht, sie scheint nicht ganz gesund, kann Hansruedi klar feststellen, dass es sich um Braune Langohr Fledermäuse handelt. Dies eine recht seltene Art und eine sehr erfreuliche Entdeckung! Hansruedi ist begeistert! Er wird dies an entsprechender Stelle melden. Wir finden einzelne Tiere, ein säugendes Muttertier und sogar eine Wochenstube: mehrere Tiere eng aneinandergedrückt.

 


Leider finden wir keine Spuren, die auf Alpensegler hinweisen. Es ist also erwiesen, dass die Segler ihre Nester nur auf den Verbindungsstücken zwischen den Fahrspuren haben können, geschützt vom Blech. Während wir uns durch die Holkörper des Viadukts kämpfen, macht Wilfried draussen eine weitere spannende Entdeckung: Auch vom vierten Pfeilerpaar sieht er Alpensegler ausfliegen. Damit ist klar, dass bei allen Pfeilern Nester der Segler sind. Es fliegen auch sechs Vögel um die Pfeiler: Das Brutgeschäft ist in vollem Gange, sie sind zurzeit am Füttern.

 

Finden die Alpensegler weitere Brutmöglichkeiten im Bereich des Viadukts?

Jeder der Hohlkörper hat direkt neben dem Pfeiler ein Abflussrohr: Durchmesser 10cm und Länge ca. 40 cm. Können die Segler diese Öffnungen nützen und so in die Hohlräume einfliegen.

Oder gibt es Möglichkeiten, die 80cm grossen Gitterdeckel so abzuändern, dass es Einflüge der Vögel möglich macht?

 

Um Antworten auf diese Fragen zu bekommen, werden wir weiter in Kontakt bleiben mit den Experten der Vogelwarte, mit den zuständigen Leuten der Nationalstrassen. Wir werden auch Vergleiche anstellen mit den Brutplätzen an der Fürstenlandbrücke.

 

Wir sind sehr gespannt, wie sich alles weiterentwickeln wird und darüber auf der Website wieder informieren.

 

Ein Besuch bei den Alpenseglern mit Beobachtungsort Parkplatz bei den grössten Pfeilern lohnt sich immer. Das laute Rufen der Segler ist oft zu hören und mit Glück sieht man sie im An- oder Abflug aus den Nestern zwischen den Pfeilern.

 

Juli 2026, Joe Bischof

 
 
 

Kommentare


bottom of page