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  • 15. Juni
  • 2 Min. Lesezeit

Exkursion Schweizer Ried

 

Wir starten östlich vom Bahnhof Lustenau um sieben Uhr. Zuerst müssen wir Bau Abschrankungen überwinden. Da hat jemand ganze Sache gemacht, abgeriegelt und möchte von uns einen grossen Umweg abverlangen.



Das ist nicht unser Plan, schnell sind wir am Rande des Schweizer Ried. Die Exkursion beginnt mit einer interessanten Einführung von Exkursionsleiter Guido Bischofberger. Er erzählt uns, dass der Landbesitz der Schweizer Gemeinde Au weit ins 16 Jahrhundert zurück geht und dass auch während den Kriegsjahren im Zweiten Weltkrieg die Schweizer Bauern mit einer speziellen Grenzbewilligung den Boden im benachbarten Ausland bewirtschaften konnten.

Elf Störche suchen Futter im Kulturland, zwei davon sind frisch ausgeflogene Jungtiere. Feldhasen zeigen teils nur die langen Ohren auf den Feldern, teils hüpfen sie zu zweit hintereinander her. Einer rast wie der Blitz davon. Die Dichte der Hasen ist erstaunlich und erfreut immer wieder Gross und Klein.

Die Sumpfrohrsänger sind noch in Singstimmung. Ihr variabler Gesang ertönt an verschiedenen Stellen. Wir können den virtuosen Sänger auch gut beobachten, wie er am Schilfhalm sitzend jubiliert. Der Teichrohrsänger ist bereits viel diskreter. Seine aktive Singzeit neigt sich dem Ende. Wir hören nur einen einzigen seinen eintönigen Gesang zum Besten geben.



Im grossen Soja Feld entdecken wir Kiebitze. Weil die Pflanzen schon recht hoch sind, können wir nur ihre Köpfe mit der schönen Schmuckfeder sehen. Zwei Tiere sind Jungtiere: Ihr Kopf ist noch braun und die Schmuckfeder fehlt. Schön zu sehen, dass offenbar doch einzelne Bruten erfolgreich waren.

Sehr angetan sind wir dann von den Braunkehlchen. Die Männchen zeigen sich oben an den Halmen oder singend auf Pfählen sitzend. Wir entdecken 8 Männchen. Acht besetzte Reviere zeugen von einer erfreulichen Dichte dieses Bodenbrüters. Dies ist nur dank der angepassten und schonenden Bewirtschaftung in diesem Gebiet möglich. Den Feldschwirl hören wir mehrmals. Nun entdecken wir ihn in den Schilfhalmen. Weit geöffnet ist sein Schnabel, wenn er minutenlang ununterbrochen singt. Ein seltenschöner Anblick.

Auf dem Rückweg staunen wir über die Turmfalken. Ein Alttier springt aus dem Kasten bei der Hütte uns setzt sich nahe auf eine Birke. Es ist ein Weibchen, das offenbar noch am Brüten ist. Weiter dem Weg entlang erfreut uns der sich bietende Anblick. Vier Jungfalken schauen aus dem Falkenkasten. Es scheint, als würden sie jeden Moment losfliegen wollen. Ihr Gefieder ist vollständig entwickelt. Interessiert blicken sie in alle Richtungen, um dann gleich wieder die Augen zu schliessen und müde zu wirken. Wie lange werden die wohl noch gefüttert von den Elterntieren?

Fazit: Ein Besuch im Schweizer Ried lohnt sich immer. Schön gibt’s so schweiznah ein so spannendes Gebiet!  Eine Frage stellen wir uns zum Schluss nun aber schon noch: Wieso entdecken wir nirgends einen Neuntöter? Das Habitat wäre passend, dichte Büsche sind vorhanden, Futtertiere bestimmt auch! Verschwindet auch dieser Vogel immer mehr aus unserer Landschaft?

Artenliste: Amsel, Feldsperling, Sumpfrohrsänger, Rabenkrähe, Schwarzmilan, Eichelhäher, Mönchsgrasmücke, Gartengrasmücke, Ringeltaube, Jagdfasan, Kiebitz, Kohlmeise, Blaumeise, Zilpzalp, Braunkehlchen, Feldschwirl, Buchfink, Grosser Brachvogel, Schwanzmeise, Lachmöwe, Teichrohrsänger, Rohrammer, Turmfalke, Weissstorch, Graureiher, Star, Feldhase und Reh …

 

Joe Bischof

 
 
 

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