top of page
  • vor 6 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

Uferschwalben und Alpensegler - Samstag, 4. Juli 2026


Laut Vogelwarte Sempach gibt es in der Schweiz 205 Brutvogelarten. Wir wählen an diesem Samstagmorgen zwei davon aus, die wir am Brutort besuchen wollen. Und wie immer, wenn Hansruedi Vögeli eine Exkursion leitet, erfahren die interessierten Teilnehmenden viel über die Lebensweise, die Namensgebung und allerhand über sonstige Eigenheiten der Vögel. Es ist auch heute wieder eine Freude!



Die erste Station ist in Degersheim. Noch immer wird in der Kiesgrube Grob Kies abgebaut. In den Kiesgruben finden die Uferschwalben die sandigen Steilwände. Hier können sie ihre bis 70cm tiefen Brutröhren mit den Füssen graben und ihre Eier legen. Hansruedi weiss, dass sich Schwalben heimlich gegenseitig Nistmaterial stehlen und dass sie zu den Singvögeln gehören. Jetzt im Juli sind die Altvögel fleissig am Füttern. Wir finden Brutröhren, wo die Jungen herausschauen und auf Futter warten. An einem Loch zeigen sich 5 Junge. Nichts Ungewöhnliches, wie Hansruedi erklärt. Uferschwalben haben Bruten mit 4 bis 6 Jungen. Deutlich hebt sich das Rufen dieser Vögel von jenen der Mehlschwalben ab. Zu erkennen sind Uferschwalben an der brauen Oberseite, der hellen Unterseite und dem deutlichen braunen Brustband.

Dass es hier auch Pralinenschachtel, Schokolade und Schokostängel zu gewinnen gibt, haben wir nicht erwartet!! Hansruedi bringt Würze in die Sache: Alle dürfen raten, wie viele Bruthöhlen in der Sandwand sind. Die besten erhalten die eben beschriebenen Preise. Zusammen mit Kuno Feurer wird er Ende August alle Röhren zählen und dann die versprochenen Preise den Glücklichen übergeben. Aber auf keinen Fall schummeln, lieber Hansruedi!!

 


Ein grosses Wohnhaus in Herisau bietet das nächste Schauspiel: Schon beim Aussteigen hören wir das laute Rufen der an- und umherfliegenden Alpensegler. In der Schweiz gibt es nur noch wenige Brutkolonien an Felswänden. Längst haben die Segler hohe Gebäude mit Einflugmöglichkeiten gefunden und benützen diese als Brutplätze. Wir sind beeindruckt: Trupps aus geschätzten bis zu 40 Vögeln kreisen über unseren Köpfen. Ihre helle Unterseite unterscheidet sie von den etwas kleineren, aber im Profil ähnlich aussehenden Mauerseglern. Elegant fliegen sie hintereinander her. Schnell verschwinden einzelne in die Ritzen oben am Dach, verweilen dann eine Weile drin und lassen sich wieder hinausfallen, um zum nächsten Futtersuchflug zu starten. Nur zum Brüten berühren Segler festen Grund. Den Rest des Lebens verbringen sie in der Luft. Die Seglerarten gehören nicht zu den Singvögeln, es sind Nonpasseriformes im Fachjargon. Aristoteles nannte sie apus=fusslos wegen den kurzen Beinen. Der Alpensegler ist der Apus melba. Hansruedi erklärt, dass es nichts mit dem Coupe Melba zu tun hat, sondern ein freigewähltes Wort von Carl von Linné ist.

 

Zwei Brutplätze, zwei Spezialisten unter den Vögeln, zwei Besonderheiten, viel Erstaunliches und Beeindruckendes und alles noch fachmännisch ergänzt durch Hansruedi: Auch wenn wir uns auf dieser Exkursion auf zwei Vogelarten beschränkt haben, der Ausflug hat sich gelohnt und nun warten wir gespannt auf die Resultate der Zählung und natürlich auf die Gewinner der Preise!

Danke Hansruedi jetzt schon!

 

Joe Bischof         

 

 

Und hier geht’s zu den Fotos vom Martin, vielen Dank!

 
 
 

Kommentare


bottom of page